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Herzogliche Prunkräume

Im Ostflügel befanden sich die herzoglichen Gemächer der Residenz. Friedrich Carl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön bezog nach Regierungsantritt im Jahre 1729 den zweiten Stock; seine Gemahlin, Christine Armgard von Reventlow, richtete sich im darunter liegenden Geschoss fürstlich ein. Dank der reichen Mitgift der Herzogin konnte ab 1730 mit Umbau- und Renovierungsarbeiten begonnen werden.

Zeugnis der prunkvollen Ausstattung geben noch heute das Vorzimmer, das Audienzzimmer und das Alkovenschlafzimmer. Die repräsentative Raumfolge entspricht der Hofetikette des ausgehenden Absolutismus.

In Archiv-Quellen (Landesarchiv Schleswig) werden u. a. die Stuckateure Joseph Mogia und Bartholomeo Bossi, der Baumeister Melchior Tatz sowie der Hoftischler Christopher Biss als beteiligte Künstler genannt.

Bei Übernahme des Schlosses durch die Fielmann Akademie waren die Räume durch die jahrzehntelange Nutzung stark verändert. Der herzogliche Glanz war verblasst. Im Zuge der Restaurierung wurden originale Farbbefunde freigelegt und Inventare studiert. Heute erstrahlen die herzoglichen Gemächer wieder in den von Herzog Friedrich Carl gewählten Wandfarben. Die Möblierung (Sammlung Günther Fielmann) spiegelt die höfische Lebenskultur des Rokoko.

Herzogliches Vorzimmer
Beeindruckend sind die originale Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert sowie die Ofennische, eine Arbeit Bartholomeo Bossis aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der Spiegel ist ein Meisterwerk des Plöner Hoftischlers Christopher Biss.
In der Ofennische steht ein kostbarer Fayenceofen, der einzig bekannte Ofen der 1758 unter Friedrich Nissen gegründeten Kieler Fayencemanufaktur. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg hat der Fielmann Akademie diesen Ofen zur Verfügung gestellt.

Bild01 Herzogliches Audienzzimmer
Restauratoren haben die originalen Farben an den hölzernen Paneelen freigelegt, die nun in Verbindung mit den Vergoldungen einen prächtigen Raumeindruck vermitteln. Die seidene Tapete wurde nach einer Vorlage aus dem 18. Jahrhundert eigens für diesen Raum neu gewebt. Bemerkenswert ist der Altonaer Spiegelsekretär (Sammlung Günther Fielmann). Altona war im 18. Jahrhundert die zweitgrößte Stadt Dänemarks und besaß hervorragende Kunsttischler.

Herzogliches Alkovenzimmer:
Empfang im Paradebett

Bild05 Das herzogliche Parade-Schlafzimmer zeugt in seiner rot-gelben Farbgestaltung eindrucksvoll vom Herrschaftsanspruch Friedrich Carls. Die Lebenslust des Rokoko – alle bisher besichtigten Räume wurden in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts von Friedrich Carl und seiner Gemahlin Christine Armgard im Geschmack der Zeit modernisiert - zeigt sich besonders in den kräftigen Farben und deren für den modernen Betrachter teilweise mutiger Kombination.
Im Alkoven befindet sich ein sogenanntes "polnisches" Himmelbett, („lit à la polonaise“), benannt nach der polnischen Prinzessin Marie Leczinska (1703 - 1768) und Gemahlin Ludwigs XV. von Frankreich. Sie hatte dieses Modell in der ersten Hälfte des 18. Jh. in Mode gebracht. Das Immobilien-Inventar von 1763 beschreibt dieses Bett ausführlich. Im Hofzeremoniell des französischen Barock, Vorbild für die deutschen Fürstenhöfe, empfing der Fürst ausgewählte Besucher im prunkvollen Paradebett.

Herzogliche Bibliothek
Bild02 Zu der Bibliothek des letzten Plöner Herzogs Friedrich Carl, in Pfirsich, Achatgrün und Gold gehalten, gehörten einst um 7.000 Titel. Nach dem Tod des Herzogs (1761) wurden die Bücher im Jahre 1763 versteigert. Der Versteigerungskatalog ist überliefert und wird in der Landesbibliothek in Kiel aufbewahrt.
Die Bücher befanden sich ursprünglich in Nischenfeldern hinter den reich verzierten Wandpaneelen. Die Schwerpunkte der Bibliothek nennen Inschriftentafeln. Die einst dahinter liegenden Schränke sind heute nicht mehr vorhanden. Zwei lateinische Denksprüche, die über den Türen angebracht sind, unterstreichen den Charakter der Gelehrsamkeit: "Curis curarum suavi levamento" (Für die angenehme Linderung und Heilung der Sorgen) und „Delectando pariterque docendo“ (Erfreuend und belehrend).

Unter dem Schwerpunkt "Mathematica" befanden sich auffallend viele Werke zur Wissenschaft der Optik und zum Handwerk des Linsenschleifens: Alle fünf Herzöge auf Plön waren mit der Mikroskopie, Teleskopie und dem Linsenschleifen vertraut. Schloss Plön kann als Zentrum des optischen Handwerks angesehen werden. Das unterstreicht auch die Person Johann Kuncels. Er stammt aus einer bekannten, in Schierensee beheimateten Glasmacherfamilie und wurde in Plön geboren. Seine Schriften (Ars Vitraria) erschienen in mehrfachen Auflagen auf Latein, Deutsch und in Französisch und waren in Plön vorhanden.

Die Auseinandersetzung mit der Optik, die durch zahlreiche Publikationen in der Bibliothek belegt ist, hat auf Plön eine jahrhundertelange Tradition. Sie wird von der Fielmann Akademie Schloss Plön im 21. Jahrhundert neu belebt.

Herzogliche Prunkräume

Herzog Friedrich Carl (1706 - 1761) und die Frauen

Die Tradition der Optik auf Schloss Plön

Herzogliche Kapelle

1704: Schicksalsjahr des Plöner Herzogtums

Recht und Ordnung bei Hofe

Spuren mittelalterlicher Burganlagen