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Schloss Plön
Schloss Plön ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Der erste Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön, Joachim Ernst (reg. 1622 bis 1671), erbaute zwischen 1633 und 1636 das einzige schleswig-holsteinische Schloss in Höhenlage. Das herzogliche Residenzschloss gilt als bedeutendster Renaissance-Neubau während des Dreißigjährigen Krieges und ist ein herausragendes Beispiel der Architektur zwischen Renaissance und Barock.
Schloss Plön ist ein Dreiflügelbau. Der Ehrenhof öffnet sich nach Süden zum Großen Plöner See. Auf einem Feldsteinsockel erheben sich drei Vollgeschosse, die von einer Reihe schlichter dreieckiger Zwerchgiebel umlaufend bekrönt werden. Die Hoffassade des Mittelbaus weist heute drei Rundbogenportale auf. Diese Portale, das heutige Schieferdach und der weiße Anstrich gehen auf den Umbau des Schlosses zur Sommerresidenz Christians VIII. von Dänemark zurück. Vom Ehrenhof führen zwei Rampen in westlicher und östlicher Richtung auf die südlich gelegene Schlossterrasse.
Die Fassadengestaltung weist auf Grund der engen Bindung des Herzogs an den kaiserlichen Hof in Wien eine große Ähnlichkeit mit den Bauten der Habsburger in Zentraleuropa auf. Das weithin sichtbare, hoch über dem Plöner See gelegene Schloss ist mit seinen schmucklosen Fassaden Symbol der territorialen und dynastischen Ansprüche des Herzogs Joachim Ernst.
Der an italienischen Vorbildern orientierte Grundriss ist für die Zeit der Errichtung in Nordeuropa einzig. Hervorzuheben ist die Teilung in einen Herzogs- (Osten) und einen Herzoginnenflügel (Westen), zudem der mittig platzierte Festsaalbau mit Königszimmern und Festsaal und die an den Enden des Mittelbaus untergebrachten Treppenhäuser anstelle der damals noch üblichen Treppentürme.
Mit der Rückführung Sonderburg-Plöns in den königlichen Anteil Holsteins nach dem Aussterben der herzoglichen Linie kam 1761 das Schloss in den Besitz des dänischen Königshauses. König Christian VIII. (reg. 1839 bis 1863) verlegte noch im Jahr seines Regierungsantritts vor dem Hintergrund des deutsch-dänischen Nationalitätenkonflikts seine Sommerresidenz nach Plön. Die daraufhin vorgenommenen baulichen Veränderungen trugen nicht nur dem veränderten Zeitgeschmack Rechnung, sie unterstrichen auch den dänischen Herrschaftsanspruch. Vor allem die leuchtend weiß gestrichenen Fassaden demonstrierten fortan für jedermann sichtbar dänische Präsenz in Holstein. Im Innern war es vor allem der neugotisch umgestaltete Rittersaal, der den Originalzustand des herzoglichen Tanzsaals im zweiten Obergeschoss nachhaltig veränderte.
1864 besiegten Österreich und Preußen Dänemark bei den Düppeler Schanzen. 1866 setzte sich Preußen im Deutschen Krieg gegen Österreich durch: Aus den ersten beiden Einigungskriegen des sich 1871 konstituierenden Deutschen Reiches ging 1867 die Provinz Schleswig-Holstein hervor.
Seit der "Kaiserzeit" ist Schloss Plön Ausbildungsstätte, von 1868 bis 1920 preußische Kadettenanstalt.
1896 wurde im Gartenschlösschen eine Prinzenschule eröffnet, die in den folgenden Jahren alle sechs Söhne Kaiser Wilhelms II. bis zum Schulabschluss besuchten. 1910 schloss die Prinzenschule nach der Abiturprüfung Prinz Joachims.
In der Weimarer Republik (1920-1933) wurde Schloss Plön als Staatliche Bildungsanstalt mit humanistischem Bildungsideal betrieben.
1933 wurde Schloss Plön Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA). Die Überformung der Schlosskapelle und die Auslagerung des sog. Weißen Saales waren Ausdruck dieser Zeit. Die zweigeschossige Kapelle erhielt eine Zwischendecke; das entstandene Obergeschoss diente als Versammlungsstätte.
Von 1946 bis 2001 war Schloss Plön Staatliches Internat.
2002 wird Schloss Plön Sitz der Fielmann-Akademie, einer gemeinnützigen Gesellschaft, deren Bildungsangebot der gesamten augenoptischen Branche zur Verfügung steht. 2004 wurde der Lehrbetrieb begonnen. Nach Rückbau- und Instandsetzung des Schlosses in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege werden hier seit der Eröffnung im Oktober 2006 pro Jahr mehr als 6.000 Augenoptiker und Optometristen geschult.
Schloss Plön bietet mit seiner einzigartigen Höhenlage in Schleswig-Holstein, dem in der Barockzeit terrassierten Schlossberg und dem im 19. Jahrhundert verlandschafteten Schlossgarten einen unverstellbaren Blick über den Plöner See - eine beispielhafte Synthese zwischen Natur und historischer Baukunst.
Weiterführende Literatur: Silke Hunzinger, Schloss Plön, Eutin 1997
| 16331636 |
Erbauung durch Herzog Joachim Ernst v. Sonderburg-Plön
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| 16361761 |
Herzogliches Residenzschloss
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| 17611864 |
Im Besitz der dänischen Krone, zeitweise königl. Sommerresidenz
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| 18681920 |
Königlich-Preußische Kadettenanstalt
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| 18961910 |
Prinzenschule der Söhne Wilhelms II. im Gartenschlösschen
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| 19201933 |
Staatliche Bildungsanstalt in der Weimarer Republik
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| 19331945 |
Nationalpolitische Erziehungsanstalt im Dritten Reich
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| 19462001 |
Staatliches Internat des Landes Schleswig-Holstein
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| Ab 2002 |
Fielmann-Akademie Schloss Plön
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| 2004 |
Aufnahme Lehrbetrieb
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| 2006 |
Eröffnung nach Rückbau
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