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Schloss Plön – Die bewegte Geschichte

Majestätisch erhebt sich das Schloss Plön über der Stadt. Bereits aus der Ferne gut sichtbar ist es das imposante Wahrzeichen Plöns und ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, mit einer bewegten Geschichte.

 

 

Bau des Schlosses

Der erste Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön, Joachim Ernst (reg. 1622 bis 1671) entschied sich anlässlich seiner Hochzeit mit der Gottorfer Prinzessin Dorothea Augusta für den Bau eines repräsentativen Residenzschlosses. Um Platz zu schaffen, ließ der Landesherr die alte Plöner Burg 1632 abreißen und an ihrer Stelle innerhalb von nur drei Jahren ein dreiflügeliges Schloss errichten. Die Bauarbeiten fanden in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1633 und 1636 statt und wurden hauptsächlich durch die ansehnliche Mitgift der Braut finanziert. Entstanden ist so ein herausragendes Beispiel der Architektur zwischen Renaissance und Barock.

Schloss Plön war nicht nur Residenz der herzoglichen Familie. Der von der Augenoptik faszinierte Herzog sammelte hier auch optische Messinstrumente und Geräte und begründete eine Bibliothek, die im Laufe der Jahre durch seine Nachfolger auf beeindruckende 10000 Bände erweitert wurde.

Als Herzog Joachim Ernst 1671 starb, erbte sein Sohn Hans Adolf das Schloss, hielt sich dort aber nur selten auf. In verschiedenen Heeren diente der zweite Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön als Feldmarschall und kümmerte sich nur wenig um sein Herzogtum, welches stattdessen von seiner Mutter und seiner Ehefrau verwaltet wurde.

1704 fiel das Schloss an Joachim Friedrich, einen Neffen von Herzog Johann Adolf, dessen Söhne im Kindesalter verstarben. Auch Joachim Friedrich starb kinderlos und zudem hoch verschuldet. Nach seinem Tod im Jahr 1722 stand das Schloss sieben Jahre lang leer. Die Verwaltung übernahm das dänische Königshaus.

 

Blütezeit und Ende der Plöner Herzogsresidenz

1729 wurde Friedrich Carl, der Sohn von Joachim Friedrichs jüngstem Bruder, zum vierten und letzten Plöner Herzog. Friedrich Carl ließ das Schloss im Stil des Rokokos ausbauen und einen riesigen, barocken Garten anlegen. Auch die Errichtung des Marstalls und des Prinzenhauses fielen in Friedrich Carls 33jährige Regentschaftszeit.

Friedrich Carl hinterließ zwar mindestens 12 Kinder aus einer Ehe und mehreren unehelichen Beziehungen. Da es sich bei seinen ehelichen Kindern aber um vier Töchter handelte, hatte auch er – wie seine Vorgänger – keinen legitimen Erben. Die Linie der Plöner Herzöge starb aus und endete mit seinem Tod im Jahr 1761.

Jahre vor seinem Tod hatte Friedrich Karl jedoch das dänische Königshaus zum Erben des Schlosses bestimmt. Der dänische König hatte sich im Gegenzug dazu bereit erklärt, alle Schulden, die der barocke Lebensstil Friedrich Carls mit sich brachte, zu bezahlen.

 

Sommerwohnsitz der dänischen Könige

Fortan diente das Schloss Plön zunächst als Witwensitz von Friedrich Carls Frau Christiane Armgardis. Später wies der dänische König Christian VII seinem an einer Geisteskrankheit leidenden Mündel Peter Friedrich Wilhelm das Schloss als Wohnsitz zu. König Christian VIII. (reg. 1839 bis 1863) verlegte noch im Jahr seines Regierungsantritts vor dem Hintergrund des deutsch-dänischen Nationalitätenkonflikts seine Sommerresidenz nach Plön.

Die daraufhin vorgenommenen baulichen Veränderungen trugen nicht nur dem veränderten Zeitgeschmack Rechnung, sie unterstrichen auch den dänischen Herrschaftsanspruch. Vor allem die leuchtend weiß gestrichenen Fassaden demonstrierten fortan für jedermann sichtbar dänische Präsenz in Holstein. Im Innern war es vor allem der neugotisch umgestaltete Rittersaal, der den Originalzustand des herzoglichen Tanzsaals im zweiten Obergeschoss nachhaltig veränderte.

Mit dem Ende der dänischen Herrschaft in Holstein begann eine wechselvolle Epoche in der Geschichte des Plöner Schlosses.

 

Preußische Kadettenanstalt und Militärakademie

Mit dem Sieg im Deutsch-Dänischen Krieg geriet Schloss Plön in preußischen Besitz. Die herrschaftlichen Möbel wurden ausgeräumt, das Schloss zu einer Kaserne umgebaut.

Schloss Plön wurde zur preußischen Kadettenanstalt umfunktioniert. Alle sechs Söhne Kaiser Wilhelms erhielten hier ihre militärische Ausbildung.

1895 wurde direkt vor dem Schlossgebäude das Pförtnerhaus gebaut. Es diente als Zugangskontrolle zum Schlossgelände und als Karzer.

Nachdem Militärschulen mit Ende des Ersten Weltkrieg verboten wurden, diente Schloss Plön zunächst als so genannte „Stabila“ (Staatliche Bildungsanstalt) mit humanistischem Bildungsideal, ab 1933 nach der Machtübernahme der NSDAP als „Napola“ (Nationalpolitische Erziehungsanstalt). Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, nach dem Selbstmord Adolf Hitlers, diente Schloss Plön einen einzigen Tag als Verwaltungssitz der Regierung Dönitz, die am 08. Mai die Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnete.

 

Gymnasium und Schulinternat

1946 bewilligte die britische Militärgenehmigung die Einrichtung eines staatlichen Internats im Schloss. 55 Jahre lang wurde es auf diese Weise zur Heimat für Schülerinnen und Schüler, die im Rittersaal speisten und sich dort, wo sich jetzt wieder der so genannte Gartensaal befindet, in der Gemeinschaftsumkleide nebst Gemeinschaftsbad die Zähne putzten.

Die schulische Nutzung und der Zahn der Zeit hinterließen Spuren. Der Renovierungs- und Restaurierungsbedarf des Schlosses wurde von Jahr zu Jahr größer. Ab 1995 suchte die Landesregierung Schleswig-Holstein einen Käufer für die Gebäude und schloss 2001 das Internat auf Grund des bedenklichen baulichen Zustandes.

 

Sanierung zur Fielmann Akademie Schloss Plön

2002 wurde Schloss Plön Sitz der Fielmann Akademie. 2004 wurde der Lehrbetrieb aufgenommen. Innerhalb von drei Jahren wurde das Schloss in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege umfangreich saniert, 2006 im Rahmen eines großen Stadtfestes wiedereröffnet.

Weiterführende Literatur: Silke Hunzinger, Schloss Plön, Eutin 1997

 
  • 1633–1636
    Erbauung durch Herzog Joachim Ernst v. Sonderburg-Plön
  • 1636–1761
    Herzogliches Residenzschloss
  • 1761–1864
    Im Besitz der dänischen Krone, zeitweise königl. Sommerresidenz
  • 1868–1920
    Königlich-Preußische Kadettenanstalt
  • 1896–1910
    Prinzenschule der Söhne Wilhelms II. im Gartenschlösschen
  • 1920–1933
    Staatliche Bildungsanstalt in der Weimarer Republik
  • 1933–1945
    Nationalpolitische Erziehungsanstalt im Dritten Reich
  • 1946–2001
    Staatliches Internat des Landes Schleswig-Holstein
  • Ab 2002
    Fielmann Akademie Schloss Plön
  • Ab 2004
    Aufnahme Lehrbetrieb
  • 2006
    Eröffnung nach Rückbau