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Geschichten zur Geschichte

Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über die faszinierende Geschichte und prächtige Ausstattung von Schloss Plön.

 
 

Recht und Ordnung bei Hofe

Zur Zeit des Herzogtums (1622–1761) sprach der Herzog in Plön Recht. Mit zahlreichen herzoglichen Verordnungen ließ er das tägliche Leben regeln. Verstöße gegen das bestehende Recht wurden geahndet.

An die herzogliche Gerichtsbarkeit erinnert das Schloss-Inventar von 1763. Dort werden die „Gefangenenkeller“ und das „Gefangenengeschirr“ beschrieben.

Die Gefangenen wurden im Keller des Westflügels festgehalten. Die dort gelegenen vier Zellen waren mit Eichentüren gesichert, die kleinen Fenster mit Eisenstangen versehen. Die Gefangenen schliefen auf dem steinernen Boden. Strafinstrumente wurden in einem benachbarten Raum gelagert.

Das größte Strafinstrument war der Spanische Mantel. Der „Schandmantel“ war ab dem 13. Jahrhundert in Gebrauch. Die aus Holz gefertigten Mäntel wurden zum Vollzug von Ehrenstrafen eingesetzt. Wer ihn umgelegt bekam, durfte beschimpft, geohrfeigt und mit Unrat beworfen werden.

Als weitere Strafinstrumente werden im Inventar unter anderem genannt: Ein Geschirr mit zwei Ketten und zwei Armschellen, eine eiserne Maske (Ehrenstrafe), ein eisernes Halsband mit zwei Ketten und zwei Handschellen, ein Geschirr mit Handkloben und einer kleinen Kette, zwölf eiserne Handschellen, acht eiserne Leib-Bänder.

 

Spuren mittelalterlicher Burganlagen

Das Plöner Schloss wurde 1633 bis 1636 auf den Resten einer mittelalterlichen Burg errichtet. Ab 1173 entstand der von Graf von Schauenburg errichtete Burgkomplex auf dem sogenannten Plöner Bischofsberg. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört ein im Oktober 2002 gefundener Kellerraum im Westflügel zu der mittelalterlichen Anlage.

Im Zuge der Bauarbeiten stemmten Handwerker den Boden im Keller des Westflügels auf und stießen auf ein Gewölbe. Was sie anfangs für eine Abwasserleitung hielten, entpuppte sich nach weiteren Grabungen als ein mittelalterlicher Kellerraum. Die einzigen Dokumente, die heute Auskunft über Lage und Architektur der Burg geben, sind die älteste Abbildung der Stadt Plön aus dem Jahre 1593 und ein Inventar von 1622. Das Inventar berichtet von einem Bier-, Milch- und Kalkkeller, der sich unter dem 1534 gebauten „neuen großen Haus“ befand.

Ausschlaggebend für die Datierung war das sogenannte Klosterformat der verarbeiteten Steine. Zudem ruht das Gewölbe auf eigenen Mauern, die statisch vom heutigen Schlossgebäude unabhängig sind.

Die Bauforschung geht davon aus, dass es sich bei dem gefundenen Gewölbekeller um einen intakten Keller des Vorgängerbaus handelt, der in den Neubau integriert wurde. Ein späteres Schlossinventar von 1763 besagt, dass er ursprünglich zum „Küchenkeller“ gehörte. Im Rahmen der Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert ließ man den Raum mit Bauschutt füllen. Vermutlich waren statische Gründe oder eine Nichtnutzung für die Aufgabe des Kellers verantwortlich.

 

Die herzogliche Kapelle

Die herzogliche Kapelle geht in ihren Raumproportionen zurück auf den mittelalterlichen Vorgängerbau, eine Burg der Grafen von Schauenburg. Die Gewölbefelder im neuen Schloss (1633-36) waren mit Holz verschalt. Erst im 19. Jahrhundert entstand nach einem Einsturz die steinerne Decke.

1897 beauftragte Kaiserin Auguste Victoria von Preußen die Erneuerung der Kapelle. Die beteiligten Künstler waren Baurat Gotthilf Ludwig Möckel (1838-1915) aus Bad Doberan und der Dekorationsmaler Theo Kutschmann (1843-1901) aus Berlin.

Die Nationalsozialisten zogen eine Zwischendecke ein und ließen die farbigen Wandmalereien weiß überstreichen. Auf halber Höhe entstand ein Versammlungsraum, genannt Remter. Der Bereich unter dem Remter diente als Abstellraum. Im Remter tanzten die Schüler, in der Gruft ruhten die Altvorderen.

Nach Übernahme des Schlosses durch die Fielmann Akademie wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Kapelle in ihr Erscheinungsbild von 1897 zurückgeführt: Die geschossteilende Decke wurde demontiert, die neugotische Ausmalung in wesentlichen Bereichen wieder freigelegt oder rekonstruiert, Mettlacher Fliesen neu verlegt.

Dem Besucher vermittelt die zweigeschossige Kapelle einen überwältigenden Raumeindruck, bietet sich an für Begegnungen, Konzerte, Lesungen und sicherlich auch für Hochzeiten.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Restaurierung der Schlosskapelle mit einer Zuwendung von 75.000 € unterstützt.

 

Die herzogliche Kapelle

 

Herzogliches Vorzimmer

Beeindruckend sind die originale Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert sowie die Ofennische, eine Arbeit Bartholomeo Bossis aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Spiegel ist ein Meisterwerk des Plöner Hoftischlers Christopher Biss. In der Ofennische steht ein kostbarer Fayenceofen, der einzig bekannte Ofen der 1758 unter Friedrich Nissen gegründeten Kieler Fayencemanufaktur. Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg hat der Fielmann Akademie diesen Ofen zur Verfügung gestellt.

 

Herzogliche Prunkräume

Im Ostflügel befanden sich die herzoglichen Gemächer der Residenz. Friedrich Carl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön bezog nach Regierungsantritt im Jahre 1729 den zweiten Stock; seine Gemahlin, Christine Armgard von Reventlow, richtete sich im darunter liegenden Geschoss fürstlich ein. Dank der reichen Mitgift der Herzogin konnte ab 1730 mit Umbau- und Renovierungsarbeiten begonnen werden.

Zeugnis der prunkvollen Ausstattung geben noch heute das Vorzimmer, das Audienzzimmer und das Alkovenschlafzimmer. Die repräsentative Raumfolge entspricht der Hofetikette des ausgehenden Absolutismus.

In Archiv-Quellen (Landesarchiv Schleswig) werden u. a. die Stuckateure Joseph Mogia und Bartholomeo Bossi, der Baumeister Melchior Tatz sowie der Hoftischler Christopher Biss als beteiligte Künstler genannt.

Bei Übernahme des Schlosses durch die Fielmann Akademie waren die Räume durch die jahrzehntelange Nutzung stark verändert. Der herzogliche Glanz war verblasst. Im Zuge der Restaurierung wurden originale Farbbefunde freigelegt und Inventare studiert. Heute erstrahlen die herzoglichen Gemächer wieder in den von Herzog Friedrich Carl gewählten Wandfarben. Die Möblierung (Sammlung Günther Fielmann) spiegelt die höfische Lebenskultur des Rokoko wider.

 

Herzogliches Audienzzimmer

Restauratoren haben die originalen Farben an den hölzernen Paneelen freigelegt, die nun in Verbindung mit den Vergoldungen einen prächtigen Raumeindruck vermitteln. Die seidene Tapete wurde nach einer Vorlage aus dem 18. Jahrhundert eigens für diesen Raum neu gewebt. Bemerkenswert ist der Altonaer Spiegelsekretär (Sammlung Günther Fielmann). Altona war im 18. Jahrhundert die zweitgrößte Stadt Dänemarks und besaß hervorragende Kunsttischler.

 

Das herzogliche Audienzzimmer

 

Herzogliches Alkovenzimmer: Empfang im Paradebett

Das herzogliche Parade-Schlafzimmer zeugt in seiner rot-gelben Farbgestaltung eindrucksvoll vom Herrschaftsanspruch Friedrich Carls. Die Lebenslust des Rokoko – alle bisher besichtigten Räume wurden in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts von Friedrich Carl und seiner Gemahlin Christine Armgard im Geschmack der Zeit modernisiert – zeigt sich besonders in den kräftigen Farben und deren für den modernen Betrachter teilweise mutiger Kombination.

Im Alkoven befindet sich ein sogenanntes "polnisches" Himmelbett, („lit à la polonaise“), benannt nach der polnischen Prinzessin Marie Leczinska (1703 - 1768) und Gemahlin Ludwigs XV. von Frankreich. Sie hatte dieses Modell in der ersten Hälfte des 18. Jh. in Mode gebracht. Das Immobilien-Inventar von 1763 beschreibt dieses Bett ausführlich. Im Hofzeremoniell des französischen Barock, Vorbild für die deutschen Fürstenhöfe, empfing der Fürst ausgewählte Besucher im prunkvollen Paradebett.

 

Das prunkvolle Himmelbett an seinem angestammten Platz

 

1704: Schicksalsjahr des Plöner Herzogtums

Im September 2002 wurden in der Schlosskirche die Grabplatten von Herzog Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Sonderburg Plön (1634-1704) und seines Sohnes, Erbprinz Adolf August (1680-1704) gefunden. Adolf August starb drei Tage vor seinem Vater an den Folgen eines Reitunfalls. Als zwei Jahre später auch noch dessen kleiner Sohn verstarb, erlosch die direkte Linie der Plöner Herzöge.

Bei dem Abbruch des Fußbodens in der Kapelle des Plöner Schlosses entdeckten Bauarbeiter in 50 cm Tiefe zwei Grabplatten. 1912 beschrieb der als Erzieher im Schloss angestellte Oberleutnant von Wattenberg in „Schloss Plön - Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart“ die Lage der beiden Platten am Mittelflügel. Danach verlieren sich die Spuren. Bei Übernahme des Schlosses durch die Fielmann Akademie glaubte man die Grabplatten verloren oder zerstört.

Der Fund ist von großer Bedeutung für die Landesgeschichte Schleswig-Holsteins. Johann Adolf von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön gilt als der populärste der fünf Plöner Herzöge. Er wurde bekannt durch die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Feldzügen, vor allem unter der Flagge des Hauses Habsburg. Johann Adolfs Siege auf den europäischen Schlachtfeldern trugen ihm den Ruf ein, „kugelfest“ und unverwundbar zu sein. Außerdem glaubte man, der Herzog könne seine Soldaten in Nebel hüllen oder auf andere Weise unsichtbar machen. Aufgrund seiner alchimistischen Studien sagte man ihm Zauberkraft nach: Selbst den Teufel soll er betrogen haben.

Während seiner Regierungszeit wurden in Plön französische Glaubensflüchtlinge und holländische Kolonisten angesiedelt, die der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen sollten.

Obwohl Herzog Johann Adolf das Herzogtum wirtschaftlich in den Ruin trieb und sich so gut wie nie in Plön aufhielt, war er der populärste Plöner Landesherr.

Johann Adolf lehnte eine Bestattung in der Familiengruft des Schlosses ab. In betonter Einfachheit ordnete er die Beisetzung im Erdgrab an. Dieses befand sich in der Schlosskirche, vor dem Hauptpfeiler in Richtung Osten. Die Gräber von Herzog Johann Adolf und Erbprinz Adolf August wurden jeweils mit einer schweren Steintafel bedeckt.

 

Herzog Friedrich Carl und die Frauen

Herzog Friedrich Carl heiratete 1730 standesgemäß die dänische Gräfin Christine Armgard von Reventlow (1711-1779). Gemeinsam hatten sie fünf Kinder, der einzige Sohn verstarb früh. Daneben unterhielt der Herzog zwei mehrjährige Beziehungen zu Sophie Agnes Olearius und Catharina Bein.

Die erste mehrjährige außereheliche Beziehung verband Friedrich Carl mit Sophie Agnes Olearius (1722–1770), einer Waschjungfer am Plöner Schloss. 1747 fand die Taufe der ersten gemeinsamen Tochter statt. Sophie Agnes schenkte Friedrich Carl vier Töchter. Diese erhielten den Nachnamen „Wagrien“ (Bezeichnung für den nordöstlichen Teil von Holstein). Nach Ende der sechsjährigen Beziehung richtete der Herzog eine aus Grundbesitz und Geld bestehende Versorgung für die Kinder ein. Alle vier Töchter und ihre Mutter waren in Plön gesellschaftlich anerkannt.

1753 lernte Herzog Friedrich Carl die Kammerjungfer Catharina Bein (1725–1801) kennen. Ab 1753 lebten beide offiziell zusammen: Catharina war die anerkannte Geliebte am Hofe („maitresse en titre“), erhielt ein eigenes Appartement im Dachgeschoss; es lag über dem Appartement des Herzogs. Verbunden waren beide Wohnungen durch das östliche Treppenhaus.

Am 17. Oktober 1754 gab Friedrich Carl Catharina ein Eheversprechen, in dem er ihr die Ehe nach dem möglichen Tod seiner Gemahlin in Aussicht stellte. Aus dieser Beziehung gingen drei Söhne und eine Tochter hervor; alle Kinder trugen den Namen „Steinholz“ (von Holstein abgeleitet).

Lebensmittelpunkt der herzoglichen Familie war der Ostflügel: In der Gruft ruhten die herzoglichen Toten, im 1. Stock residierte die Herzogin, darüber ihr Gemahl, im Dachgeschoss Catharina Bein, die Mätresse.

Der letzte Plöner Herzog hinterließ bei seinem Tod im Jahr 1761 insgesamt zwölf Kinder aus seiner Ehe und den beiden unehelichen Beziehungen.

 

Die Bibliothek zeigt sich nun wieder in "Pfirsichblüth", wie in dem Inventar von 1763 beschrieben

 

Herzogliche Bibliothek

Zu der Bibliothek des letzten Plöner Herzogs Friedrich Carl, in Pfirsich, Achatgrün und Gold gehalten, gehörten einst um 10.000 Titel. Nach dem Tod des Herzogs (1761) wurden die Bücher im Jahre 1763 versteigert. Der Versteigerungskatalog ist überliefert und wird in der Landesbibliothek in Kiel aufbewahrt. Die Bücher befanden sich ursprünglich in Nischenfeldern hinter den reich verzierten Wandpaneelen. Die Schwerpunkte der Bibliothek nennen Inschriftentafeln. Die einst dahinter liegenden Schränke sind heute nicht mehr vorhanden. Zwei lateinische Denksprüche, die über den Türen angebracht sind, unterstreichen den Charakter der Gelehrsamkeit: "Curis curarum suavi levamento" (Für die angenehme Linderung und Heilung der Sorgen) und „Delectando pariterque docendo“ (Erfreuend und belehrend).

Unter dem Schwerpunkt "Mathematica" befanden sich auffallend viele Werke zur Wissenschaft der Optik und zum Handwerk des Linsenschleifens: Alle fünf Herzöge auf Plön waren mit der Mikroskopie, Teleskopie und dem Linsenschleifen vertraut. Schloss Plön kann als Zentrum des optischen Handwerks angesehen werden. Das unterstreicht auch die Person Johann Kunckels. Er stammt aus einer bekannten, in Schierensee beheimateten Glasmacherfamilie und wurde in Plön geboren. Seine Schriften (Ars Vitraria) erschienen in mehrfachen Auflagen auf Latein, Deutsch und in Französisch und waren in Plön vorhanden.

Die Auseinandersetzung mit der Optik, die durch zahlreiche Publikationen in der Bibliothek belegt ist, hat in Plön eine jahrhundertelange Tradition. Sie wird von der Fielmann Akademie Schloss Plön im 21. Jahrhundert neu belebt.

 

Die Tradition der Optik auf Schloss Plön

Das 17. Jahrhundert war das Jahrhundert der Optik. Um 1600 wurde von Brillenmachern das Mikroskop erfunden, ebenso das Teleskop. Beide Innovationen wurden Zug um Zug verbessert. Die "Optica", die "Sehekunst", wurde zu einer Art Leitwissenschaft der Epoche, da die Philosophie nach der Möglichkeit von Wahrnehmung und Erkenntnis fragte (Descartes). Auch der Plöner Herzog nahm an diesen wissenschaftlichen Debatten lebhaften Anteil. Auf seine Ausbildung wurde hoher Wert gelegt. Vor Akademien und Universitäten hielt er Vorträge auf Latein.

Joachim Ernst war Begründer der Plöner Fürstenbibliothek, die seine Nachfolger weiter ausbauten. Die Bibliothek wurde nach dem Tod des letzten Plöner Herzogs Friedrich Carl versteigert (1763). In der an 10.000 Bände umfassenden Bibliothek fanden sich bedeutende Bücher. Besonders bemerkenswert ist der Anteil der Physik und Optik. Auf dem Plöner Schloss befanden sich die optischen Schriften von Galilei, Descartes, Huygens, Newton etc. Man darf sagen, dass die Optik-Schriften des 17. Jahrhunderts fast ausnahmslos auf Schloss Plön vorhanden waren, zudem auch zahlreiche deutsche, englische und französische handwerklich-mechanische Schriften, unter anderen von Christian Gottlieb Hertel: "Vollständige Anweisung zum Glasschleifen, Wie auch zur Verfertigung derer optischer Maschinen" (1716).

Seit Joachim Ernst befassten sich alle Plöner Herzöge mit Fragen der Optik, unternahmen praktische Versuche mit Sehhilfen und schliffen selbst Linsen zum eigenen Gebrauch für die „Mathematischen und Philosophischen Erquickstunden“, wie ein Lehrwerk des Barockautors Harsdörffer (1651) heißt, das mehrbändig in der Plöner Bibliothek vorhanden war.

In dieses Bild der regen Beschäftigung mit der Optik fügt es sich gut, dass einer der wohl bedeutendsten Glastechnologen Europas des Barock-Zeitalters aus dem Herzogtum Plön stammt: Johann Kunckel (1630-1703). Er war der Erfinder des Rubinglases (Goldrubin) und leitete die Glashütte des brandenburgischen Großen Kurfürsten auf der Potsdamer Pfaueninsel. Sein 1679 erschienenes Buch "Ars vitraria oder vollkommene Glasmacher-Kunst" war bis weit ins 18. Jahrhundert maßgebend. Die Wirkung Kunckels in seiner Zeit lässt sich nur mit der Glasrevolution der Zeiss, Abbe und Schott in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergleichen.